Telegram-Blockade zwingt IT-Unternehmen zu russischen Cloud-Diensten
Russische Startups migrieren wegen Telegram-Blockade zu teureren inländischen Cloud-Services
Dies betrifft in erster Linie kleine russische Startups, was sich äußerst negativ auf ihre Rentabilität auswirkt, da die Kosten für die Verwaltung von Cloud-Services um ein Vielfaches gestiegen sind. Wie Alexei Wagin von "Ekvio" berichtet, wurden vor der Telegram-Blockade alle Nutzerdaten auf russischen Cloud-Servern gespeichert, während die Rechenleistung von Amazon und Google Cloud stammte, was um ein Vielfaches günstiger ist. Durch die Sperrung einer riesigen Anzahl von IP-Adressen ausländischer Cloud-Services mussten IT-Unternehmen nun zu inländischen Cloud-Diensten wechseln. Alexei verdeutlicht das mit einem konkreten Beispiel:
Wenn Sie etwa 40.000 aktive Benutzer auf Ihrer Website haben, können Sie bei Google Cloud eine Konfiguration für 330 Dollar pro Monat kaufen, aber wenn Sie eine vergleichbare Konfiguration bei uns kaufen, kostet sie fast 1.000 Dollar.
Dadurch erhöhen sich die jährlichen Zusatzkosten für die Verwaltung eigener Websites auf astronomische 4 Millionen Rubel. Ein weiterer IT-Geschäftsführer, Vladimir Shcherbakov von Teachbase, berichtet, dass sein Unternehmen bereits etwa 1 Million Rubel verloren hat.

Zur Erinnerung: Nach der Blockade von etwa 19 Millionen IP-Adressen zur Verhinderung des Telegram-Zugriffs blieben am 15. Juni etwa 4 Millionen IP-Adressen blockiert. Russische Unternehmen zögern jedoch, zu Google oder Amazon Cloud zurückzukehren, da die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Blockierungswelle extrem hoch ist.
Große Konzerne haben von der Telegram-Blockade weniger gelitten. IT-Spezialisten bei großen Unternehmen entwickeln eigene Lösungen, die Cloud-Services nicht vollständig betreffen. Darüber hinaus verfügen sie über alternative Kommunikationskanäle, um Datenlecks zu vermeiden, was die negativen Auswirkungen von Blockaden minimiert. Die derzeitigen Verluste russischer Unternehmen durch die Telegram-Blockade betragen etwa 1 Milliarde Dollar, während Google und Amazon um etwa 900 Millionen Dollar verloren haben.



