Kulturministerium prüft Antrag auf teilweise Blockade von Booking.com
Booking.com steht nach Antrag der russischen Tourismusbehörde auf teilweise Blockierung unter Überprüfung des Kulturministeriums
Die russische Tourismusbehörde hat einen Antrag eingereicht, um die Stellungnahmen von Fachverbänden und Branchenorganisationen einzuholen. Erinnern wir daran, dass bereits im April dieses Jahres der Reiseveranstalter „Svoj turisticheskij servis" und insbesondere Sergej Vojtovič die Blockierung dieses Dienstes nach den neuen Sanktionswellen gegen Russland forderten. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, auch andere große amerikanische Reiseseiten wie TripAdvisor und Airbnb zu sperren. Tatsächlich zeigt sich, dass der russische Hotelmarkt den genannten amerikanischen Unternehmen gehört.
S. Vojtovič betont dabei, dass die Änderungen auf der Website nur Hotelbuchungen in Russland betreffen, während die Möglichkeit, Hotels im Ausland zu buchen, für Russen wie bisher uneingeschränkt bleibt. Ausländische Gäste können wiederum ohne Einschränkungen Hotels und Unterkunftseinrichtungen in der Russischen Föderation buchen. Nach Ansicht des Leiters des Reiseveranstalters „SvojTS" ist Booking.com ein echtes Tourismusunternehmen, das jedoch nicht als Reiseveranstalter in Russland registriert ist. Faktisch führt es Transfers durch, verkauft Flugtickets und Hotelzimmer. Als Folge entgehen der Russischen Föderation erhebliche Steuereinnahmen und es gibt keine Kontrolle durch Rospotrebnadsor bei Verbraucherbeschwerden.

Etwa 70% der gebuchten Hotelzimmer in russischen Hotels gehören der Website Booking.com. Der Russische Tourismusverband unterstützt diese Sichtweise gegenüber Booking jedoch nicht. Es gab bereits früher Beschwerde über diesen Dienst, als das Russische Reisebüro eine entsprechende Beschwerde bei der Föderalen Kartellbehörde einreichte. Da die Bedingungen von „Booking" russischen Hotels direkt verbieten, niedrigere Preise als an anderen Verkaufsstellen anzusetzen. Damit schafft sich die Plattform die komfortabelsten Bedingungen. Es wurde jedoch kein Verstoß festgestellt, da die Website kein Monopol auf dem Markt hat. Nach Daten von SimilarWeb belegte dieser Dienst im April 2018 Platz 67 unter russischen Websites nach Besucherzahlen. Er verzeichnete 420 Millionen Besucher. Der größte Datenverkehr in Prozent weltweit kommt dabei aus Russland, auf Platz zwei folgen die Vereinigten Staaten.
Letztendlich wird die Website Booking.com auf dem Territorium der Russischen Föderation nicht eingeschränkt, da das Kulturministerium sich kategorisch gegen ihre Blockierung ausspricht: „Außerdem haben wir keine Befugnis, sie zu verbieten, noch haben wir Pläne für eine Regulierung ihrer Arbeit auf dem Territorium der Russischen Föderation. Darüber hinaus gefällt uns die Fragestellung überhaupt nicht", antwortete das Ministerium.



