EGMR akzeptiert Telegram-Beschwerde gegen Blockade in Russland
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte registrierte die Beschwerde von Telegram. Dies gibt Hoffnung auf eine baldige Aufhebung der Blockade in Russland.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Beschwerde von Telegram registriert – eine Geldstrafe von 800.000 Rubeln wegen der Verweigerung, Verschlüsselungsschlüssel an den FSB bereitzustellen. Wie der Anwalt Pavel Chikov berichtete, ist es ein gutes Zeichen, dass der EGMR sich überhaupt bereit erklärt hat, den Fall zu verhandeln. Schließlich werden sehr viele Beschwerden bereits in der Registrierungsphase in Straßburg abgelehnt, und wenn diese angenommen wurde, ist das ein ausgezeichneter Anfang.
Warum wird in der Klage die Summe von 800.000 Rubeln angegeben? Der Grund liegt darin, dass das Bezirksgericht Meshchansky in Moskau am 16.10.2017 Telegram Messenger LLP mit genau dieser Summe gebüßt hat. So möchte Pavel sein Geld zurückbekommen, ohne darüber hinaus weitere Forderungen zu stellen.
Seit Mitte April 2018 ist der Zugang zu Telegram auf russischem Territorium blockiert. Seitdem wurden unzählige IP-Adressen gesperrt, von denen der Löwenanteil Google und Amazon gehört. Aufgrund dieser massiven IP-Blockade litten große Websites wie VKontakte, Yandex, Twitter, Facebook und Odnoklassniki sowie Messenger wie WhatsApp, Viber und iMessage.
Auch im Unterhaltungsbereich sind die Auswirkungen des „Jarovoj-Gesetzes" und der IP-Blockaden spürbar. Viele internationale Online-Spiele sind für russische Spieler schwer erreichbar. Diese IP-Adressen werden schrittweise freigegeben – sofern sie nicht mit dem Umgehen der Messenger-Blockade verbunden sind – und dann kann man wieder in die Spiele einsteigen. Doch dieser Prozess verläuft nicht schnell, und man kann einen Rückgang der russischsprachigen Spieler in verschiedenen Spielen beobachten.

Bislang sind über 18 Millionen Adressen blockiert, doch Roskomnadzor konnte den Zugang zu Telegram in Russland nicht vollständig unterbinden. Dies wurde durch die Umgehung der Blockade mittels VPN möglich.
Ein VPN ist ein verschlüsselter Kanal, der die IP-Adresse ändern kann – das Netzwerk denkt dann, dass Sie aus dem von Ihnen angegebenen Land stammen, nicht aus der Russischen Föderation. Selbstverständlich hat diese Methode einen Nachteil: Die Verbindungsgeschwindigkeit zum Telegram-Messenger sinkt merklich, doch auf den Versand und Empfang von Nachrichten hat dies keinen Einfluss.
Heute stehen verschiedene VPN-Verbindungsmöglichkeiten zur Verfügung:
- fertige Anwendungen für iOS und Android;
- separate Programme für Computer;
- spezielle Browser-Erweiterungen.
Insbesondere Opera hat bereits ein integriertes VPN, das in den Einstellungen aktiviert werden kann. Doch für eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Verbindung hilft nur eines – ein kostenpflichtiges VPN. Für einen kleinen Betrag erhalten Sie Zugang zu hochgeschwindigem VPN-Zugang ohne Warteschlangen, Verbindungsabbrüche oder langsame Geschwindigkeiten.
Telegram-Gründer Pavel Durov betont wiederholt, dass Telegram die Verschlüsselungsschlüssel physisch nicht bereitstellen kann, da sie End-to-End-Verschlüsselung nutzen. Das bedeutet, dass nicht einmal er selbst die Textnachrichten oder Dateien sehen kann, die Benutzer untereinander austauschen.
In der Russischen Föderation gab es knapp mehr als 7 Millionen Telegram-Nutzer, doch solche „Werbung" bringt dem Messenger nur weitere Teilnehmer.



