Blockade von Piraten-Spiegeln brachte keine Ergebnisse
Besucherzahlen illegaler Streaming-Plattformen steigen trotz Sperrung von Mirror-Seiten weiter
Legale Streaming-Plattformen machen die Suchmaschine Yandex dafür verantwortlich, da ihre Dienste in den Suchergebnissen nicht höher ranken als Piratenseiten. Yandex antwortet darauf: „Wir werden die Suchergebnisse nicht filtern".
Die Statistik wurde vom Verband „Internet Video" erhoben, der beliebte kostenpflichtige Streaming-Plattformen vertritt. Als Anfang Winter 2017 ein Gesetz zur Blockade von Piraten-Spiegeln verabschiedet wurde, zeigte dies zunächst Wirkung. Doch Anfang 2018 normalisierte sich die Situation wieder.
Da die illegalen Plattformen nach Sperrung der Hauptseite und ihrer Kopien in Yandex nicht in den oberen Suchergebnissen erscheinen, entstehen ständig neue Piraten-Seiten. Wenn ein Nutzer einige Stunden auf einer illegalen Plattform mit kostenlosem Videozugang verbringt, bewertet die Suchmaschine diese Seite höher. Google dagegen bevorzugt in den Suchergebnissen konsequent legale Streaming-Plattformen gegenüber Piraten-Seiten.

Yandex betont, dass Rechteinhaber heute „beispiellose Möglichkeiten haben, den Zugang zu illegalen Ressourcen oder deren Spiegeln zu beschränken". Doch wenn die Regierung Yandex zwingt, die Suchergebnisse zu regulieren, würde das faktisch den Wettbewerb aufheben. Wer könnte dann die Handlungen der Rechteinhaber kontrollieren? Yandex-Vertreter erklären, dass die Gewohnheit, für Video-Inhalte in Russland zu bezahlen, sich noch nicht entwickelt hat – das braucht Zeit. Derzeit belegt Russland Platz 2 bei der Besucherzahl von Piratenseiten, die USA sind Platz 1. In Großbritannien gibt es zwar auch viele Piraten-Seiten, aber die Bewohner suchen zunächst nach legalen Versionen und besuchen illegale Plattformen nur, wenn sie diese nicht finden.
Iwan Zasurski von der Journalistischen Fakultät der Moskauer Staatsuniversität bittet darum, Yandex nicht als „Piraten-Promoter" zu sehen. Sie handeln so schnell, wie sie heute können.
Darüber hinaus gibt es keine Studien, die zeigen, dass Yandex die meisten Besucher zu illegalen Streaming-Plattformen bringt. Wovon Herr Zasurski jedoch überzeugt ist, dass Online-Casinos, die Piraten-Inhalte als Werbeflächen nutzen, tatsächlich illegale Video-Ressourcen fördern – und damit sollte man zunächst aufräumen.



